Neue Vektoren des Bürgerkriegs in den USA

Für alle Völker und Gesellschaften auf der Erde können dies sowohl erfreuliche als auch besorgniserregende Nachrichten sein. Erfreulich, weil die Implosion der USA die Möglichkeit für alle Länder und Völker eröffnen wird ihre eigene Kurve zu entwickeln, nach ihrem eigenen Platz in der Welt Ausschau zu halten, die notwendigerweise multipolar werden wird. Das wird das Ende des Eurozentrismus und der Kolonisierung sein und niemand wird dazu in der Lage sein universalistische Ansprüche zu erheben – weder in der Wirtschaft, noch in der Politik, noch in der Technologie. Auf diese Art wird jede Zivilisation dazu in der Lage sein nach ihren eigenen Werten und Auffassungen zu leben, nach ihrem eigenen Zeitrahmen und den Westen nur als eine von vielen Möglichkeiten sehen, als ein Ausstellungsstück, das man bewundern oder einfach übersehen kann, dem man aber nicht folgen muss.
Wichtig ist daran, dass sich die pro-westlichen Eliten, die sich zurzeit in allen Gesellschaften in Schlüsselpositionen befinden, nach den USA zusammenbrechen werden. Dies bedeutet, dass der Kapitalismus, die parlamentarische Demokratie, der Individualismus und der Liberalismus nicht länger verpflichtende, grundlegende Paradigmen sein werden und jede Gesellschaft dazu in der Lage sein wird, ihre eigene sozialen, wirtschaftlichen und politischen Systeme zu errichten, ohne den Vorschriften der Weltmetropole, also aus dem Westen und den USA, folge leisten zu müssen.

Einführung in die Noomachie (Sechste Einheit) – Die europäische Zivilisation

In der gegenwärtigen Epoche des Globalismus erleben wir den Verlust von diesem logos, weil Amerika nicht vortäuschen kann, kolonialistisch zu sein, da der Kolonialismus ein klar definiertes Ziel hat. Amerika ist also nicht mehr amerikanisch, es befindet sich in der Hand einiger anderer Gruppen. Der amerikanische logos ist nicht so beschaffen, er ist pragmatisch und kann kein Ziel tolerieren. Sie können handeln und etwas passiert oder passiert nicht und Sie können sich glücklich fühlen oder nicht, aber Sie können alles ausprobieren und Sie sollten niemanden etwas vorschreiben. Die politische Korrektheit hingegen ist antiamerikanisch und antipragmatisch. Sie können alles sagen, alles tun und die Denkmäler errichten, die sie wollen oder gar keine Denkmäler, weil es innerhalb und außerhalb nichts gibt, nur Interaktion. Das ist also das rein Amerikanische in seiner besten oder schlechtesten Verfassung, der amerikanisch-pragmatische logos. In der Gegenwart ist Nordamerika aber nicht so, es ist anders.

Einführung in die Noomachie (Fünfte Einheit) – Der logos des Dionysos

Psychologisch gesehen liegt das Problem also in der Vorstellung und ihrer anthropologischen Struktur. Wir stellen uns die Welt genauso vor. Wenn wir davon ausgehen, dass dort etwas Materielles ist, dann nähern wir uns dem mystisch Nokturnen an, aber bleiben im dramatisch Nokturnen. Wenn wir aber etwas klar unterscheiden und separieren, wenn es eine Art Vernunft oder Funktion gibt, dann nähern wir uns dem anderen, dem Lichtpol dieses dionysischen Konzepts an. Wir verwenden aber beide. Die Geisteskrankheit fängt dann an, wenn es in unserer Vorstellung zu klar oder zu dunkel ist, wenn wir uns zu sehr von einem dieser beiden Pole angezogen fühlen. Die gesamte Struktur der Gesellschaft kann apollinisch oder in dieser Hinsicht diurnisch sein. Das bedeutet Hierarchie, Rationalität, Gesetz, offizielle Beziehungen und Normen. Und dann gibt es die Nachtseite der Gesellschaft, in der die Gesetze verletzt werden, wo es Verbrechen gibt, Korruption und die Dominanz von allem das gegen das Gesetz geht. Dies ist der nokturne Aspekt der Gesellschaft, der in ihrem Inneren gegenwärtig ist.

 

Gedanken während der Seuche Nummer 2 – Das Ende der Globalisierung

Wir erleben die Schließung der Offenen Gesellschaften und das Übergehen von transnationalen Autoritäten und Zugängen in den ökonomischen, sozialen und politischen Prozessen hin zu nationalen Standards. Willkommen in der Multipolaren Welt! Der Coronavirus hat die Offene Gesellschaft geschlossen, den Prozess der Globalisierung eliminiert, die globale Wirtschaft unterminiert (wir haben bereits darüber gesprochen) und den Völkern wieder die Rückkehr zu den nationalen Grenzen möglich gemacht. Und viele werden mir nun sagen: „Gut, das sind zeitlich beschränkte Maßnahmen, jetzt wird sich jeder daran halten, ein Heilmittel erfinden und dann wird alles wieder so wie früher…“ Das ist aber falsch. Zunächst wird diese Epidemie eine Zeit lang dauern. Selbst die größten Optimisten gehen von einem Zeitraum von sechs Monaten oder einem Jahr aus. Viele sagen, dass er die ganze Menschheit kontaminieren und dass es zu einer Zweiten Welle der Krankheit kommen werde. Manche sagen auch, dass neben einer Zweiten Welle und einem Wiederaufflammen des Virus auch verschiedene Stränge desselben für Probleme sorgen könnten (Zunächst ist aber festzuhalten, dass wir nicht vollständig über seine Konsequenzen und wie ernst und fürchterlich er sein kann informiert sind), ein derartiger Präzedenzfall beweist im Prinzip bereits das totale Scheitern des globalistischen Projekts.

Einführung in die Noomachie (Vierte Einheit) – Der logos der Kybele

In unserer europäischen Tradition haben wir zwei Existenzhorizonte und zwei Dasein. Einer davon ist der logos des Apoll, repräsentiert durch die offizielle Ideologie, die trifunktional ist und der andere ist der logos der Kybele. Dieser besteht vor im Schatten fort, in unserem Unterbewusstsein, in der Tradition der Mutter. Er ist Teil der zweiten, parallelen, versteckten und geheimen Ideologie. Er ist nicht die Leere. Er ist eine Ideologie, die in unseren Gesellschaften gegenwärtig ist, aber nicht offensichtlich, nicht explizit. Er ist der implizite logos der Kybele, der immer noch am Leben ist, weil wir in einer Gesellschaft leben, von der ein großer Teil noch immer aus der Landwirtschaft besteht, da wir sesshaft sind und ihre Produkte essen. Diese Ebene können wir individualisieren und auf den logos der Kybele anwenden, denn der logos der Kybele existiert in uns selbst, weil unsere Gesellschaft zum Teil genau auf diesem Moment der Noomachie gründet. Aber die Noomachie ist ein fortlaufender Prozess. 

Gedanken während der Seuche № 1. Die schwarze Rache des Lichtgottes. Apolls Angriff

Dann wird die Geschichte mit dem Coronavirus, der Pandemie, der Seuche, die die Menschheit dezimiert verständlich.
Apoll ist ein metaphysisches Symbol unseres Appells an uns selbst, an unsere innere Dimension gerade dann, wenn die Menschen gegen diese unsterbliche Seele sündigen, wenn sie zur Gänze von den Elementen der Unterhaltung absorbiert werden, der äußeren Welt, körperlichen Gelüste und dem ständigen Kreisen um die materiellen Güter, die jeder von uns erwirbt oder unzureichend erhält, oder mehr davon will, oder sie schneller ausgeben will oder sie irgendwie verwenden will.

Einführung in die Noomachie (Dritte Einheit) – Der logos der indoeuropäischen Zivilisation

n der platonischen, indoeuropäischen Advaita Tradition haben wir keine Opposition oder die Opposition ist nur eine Art Spiel. Plotinus hat einmal gesagt, dass „das Spiel nur von den Marionetten ernst genommen wird. Die wirklichen Spieler verstehen, dass alles nur ein Spiel ist und nichts ernst ist.’ Aber im Fall des Dvaita Platonismus oder iranischen Dualismus haben wir es nicht mit einem Spiel zu tun. Das ist ein Kampf. Das ist ein Krieg. Und der Krieg ist etwas Ernsthaftes, weil die Kräfte der Dunkelheit, die etwas dem apollinischen logos Entgegengesetztes sind, dieses mal mächtig und mit den Kräften des Lichts vergleichbar sind. Hier haben wir es mit einer gänzlich neuen Haltung zu tun, dem Dualismus. Und wir könnten sehen, dass sich hier etwas dem logos der Kybele annähert. Sowohl der reine apollinische logos im Fall des nicht dualistischen Advaita Platonismus, als auch der Hinduismus kennen den logos der Kybele nicht. Sie betrachten es nicht als etwas Wichtiges. Es ist nicht nur die Oberfläche der Erde, die sehr hart ist. Sie kommen hinunter um wieder aufzusteigen. Sie passen nicht durch das Mauseloch. Sie sind zu groß dafür. Sie sind zu herrlich dafür. Es ist Schicksal, wie eine Schlange zu sein. Niemand kann es sich als Schicksal vorstellen, in die Erde zu gehen, im Loch zu sein, etwas mit der Schlange und der Maus gemeinsam zu haben. Apoll repräsentiert auf eine sehr archaische Art die Position über der Figur der Maus oder des Maulwurfs. Der Maulwurf ist in dieser Weltsicht Satan, weil er blind ist und das Licht nicht sehen kann.

Einführung in die Noomachie (Zweite Einheit) – Geosophie

Wir könnten ihn also auch den maßvollen Ethnozentrismus nennen, einen selbstreflektierten Ethnozentrismus, der die Würde jeder existierenden Entität anerkannt, aber auch das selbe Recht denjenigen zuschreibt, die wir mögen und die wir nicht so gerne mögen. Als ich zum Beispiel diesem Pfad beim Verfassen der Noomachie folgte, habe ich ein Buch über Nordamerika verfasst, genauer gesagt den nordamerikanischen logos. Sie können sich meine Beziehung zur nordamerikanischen Kultur vorstellen. Ich hasse sie schlicht und ergreifend. Als ich mich aber mit dem nordamerikanischen logos beschäftigt habe, begann ich zu entdecken, was das für eine Herausforderung für mich ist. Wenn ich eine russische Version der Kritik am amerikanischen Imperialismus und so weiter schreiben würde, dann wäre das nur eine Karikatur. Das wäre nicht der amerikanische logos. Und indem ich die Abgründe des amerikanischen logos ergründete, habe ich ganz andere Sachen entdeckt. Ich begann sie zu verstehen. Ich stimme ihnen nicht zu, aber jetzt verstehe ich sie. Ich verstehe was sie tun, weil alles in den Zusammenhang passt. Und sie sind erstaunlich konsequent in ihrer Haltung, in ihrem Titanismus, in ihrer Schöpfung einer künstlichen, post-traditionellen Zivilisation. Sie tun, was sie in ihrer Logik tun sollten. Sie erschaffen eine Art amerikanische Gesellschaft im globalen Maßstab, weil sie von Anfang an auf dem Universalismus aufbauten. Ich stimme damit nicht überein, aber es ist ziemlich logisch, wenn wir uns vor Augen führen, dass es eine amerikanische Welt gibt und einen logos dieser amerikanischen Welt. 

Einführung in die Noomachie (Erste Einheit) – Was ist Noomachie?

Was ist also der logos des Dionysos? Das ist interessant. Wenn wir bei Aristoteles bleiben, gelangen wir zu anderen Zweigen seiner Beschreibung der Wissenschaften. Wir entdecken zum Beispiel, dass Aristoteles bei seiner Beschäftigung mit der Physik sagt, dass alles doppelt ist. Es hat Form und Materie. Das ist das anti-logische Konzept der doppelten Einheit. Etwas das einheitlich ist, alles das existiert, ist doppelt. Sie sehen eine Sache, aber in der Realität gibt es zwei Dinge: Materie und Form. Und wenn Sie sie trennen, dann ist da nichts. Das ist die aristotelische Physik. Das ist der komplett andere dionysische Zugang zur Welt. Und dieser wird nicht durch die Logik beschrieben, sondern durch die Rhetorik, weil es um eine Sache geht, aber nicht genau die selbe, nicht so wie in der Logik, weil es das Double gibt. Hier existieren zwei Dinge in einem: Die Form und die Materie. Der dionysische Denkweg und der dionysische logos manifestieren sich in der Fähigkeit, dialektisch zu denken, ein Ding als zwei Dinge zur selben Zeit zu erfassen, eins und zwei, aber in der Logik heißt es eins oder zwei. Aber in der dionysischen Welt nicht, hier gibt es eins und zwei. Hier gibt es kein “hier Mann, hier Frau. Eins und eins.” Nein. Hier gibt es das Androgyne. Das Androgyne ist nicht die Summe von Mann und Frau. Es ist keine Addition. “Wir nehmen den Mann, fügen die Frau hinzu und heraus kommt das Androgyne.” Nein. Es gibt etwas im dionysischen logos, das der Existenz des Männlichen und des Weiblichen vorausgeht. Das Androgyne ist nicht das Resultat einer Kombination. Es ist die Quelle der Geschlechtlichkeit. Das ist keine apollinische Art des Denkens. Das ist der dionysische Weg. Das Androgyne ist die Figur des Dionysos. Es sind zuerst zwei in einem, bevor es zwei gibt. Es ist dort in der Mitte, im Zentrum bevor es Pole gibt. In der apollinischen Welt zum Beispiel gibt es einen und es gibt auch einen anderen Pol und was dazwischen ist, ist zweitrangig. Sie wird durch Grenzen und Pole definiert. In der dionysischen Welt finden wir etwas komplett Anderes vor. Hier gibt es etwas dazwischen und seine Projektion erschafft Pole. So können wir in der Welt, der Kultur, der Religion des dialektischen dionysischen Zugangs leben: den zwei Naturen in Christus (Gott und Mensch). Es ist etwas irrationales in der dionysischen Version. Oder wie kann etwas das Selbe sein und nicht das Selbe, zum Beispiel in der Heiligen Dreifaltigkeit? Es gibt also eine Art dialektischen Zugang, der eine komplett neue Symmetrie in Religion, Kunst und Philosophie schafft.

Die Seuchengötter: Die Geopolitik des Virus und die Blasen des Nichts.

Wenn man die Geschichten über den Markt von Wuhan hört und sich den Kampf zwischen den Fledermäusen und Giftschlangen vorstellt, ihren erbarmungslosen Austausch von Ansteckung und Tod, mikroskopisch kleine Pfeile der Nichtexistenz in Form einer Krone, ist es schwer dabei das Bild von den Blasen des Nichts aus dem Kopf zu bekommen. Das gleiche Gefühl wird durch den Fall des Ölpreises und den Zusammenbruch der Aktienkurse verursacht. Auch der Krieg – mit seiner Besonderheit und dem existenziellen Erwachen – rettet uns nicht vor dem Angriff des Nichts, da die Motivation hinter Modernen Kriegen so tief mit materiellen, finanziellen und korrupten Interessen verwoben ist, wodurch er seine ursprüngliche Reinheit verloren hat: Die direkte Begegnung mit dem Tod. Er dient nur als eine weitere Blase des Nichts, indem er seine Aufgabe erfüllt die Materie in den totalen Abgrund zu führen.
Die Seuche als Ereignis

Die Rückkehr von Settembrini und Naphta im 21. Jahrhundert

Dugin: Zunächst sei gesagt, dass ich den Krieg der Ideen immer dem physischen Krieg vorziehe. And ich bin sehr froh darüber, dass ich mich mit Herrn Bernard-Henri Lévy, welcher weltberühmt ist, nicht in einem physischen Duell austauschen kann – weil wir uns manchmal an der selben Front befinden, normalerweise auf unterschiedlichen Seiten –, daher ziehe ich es vor Ideen auszutauschen, anstatt uns physisch zu duellieren. Vielleicht ist dies der einzige Weg das zu vermeiden, oder es zumindest zu versuchen. Zu allererst möchte ich erwähnen, dass Präsident Macron vor kurzem meinte, dass die Hegemonie des Westens vorbei sei. Unser Präsident, Herr Putin, hat das selbe über den Liberalismus oder globalen Liberalismus gesagt.
Vor kurzem erschien eine neue Ausgabe der Foreign Affairs mit einem Artikel von Fareed Zakaria, der sich mit dem Niedergang der westlichen Macht beschäftigte. Und ich denke, das es offensichtlich ist, dass dieser Niedergang gerade stattfindet. In ihrem Buch „The Empire and the Five Kings“ (Das Reich und die fünf Könige, AM) haben Sie eine sehr interessante Feststellung gemacht, nämlich, dass die amerikanische Präsenz im Nahen Osten schwindet, was Sie am Fall der Kurden festmachen. Ich denke, dass wir ein Ende erreichen, nicht das Ende der Geschichte wie es Herr Fukuyama sagte, sondern das Ende der politischen Moderne. Und das ist das Ende von etwas sehr, sehr Wichtigem, über das wir nachdenken sollten, nämlich das Ende der westlichen Hegemonie oder der amerikanischen Dominanz oder des globalen Liberalismus. Das ist etwas historisches an sich, nicht etwas technisches.
Ich interpretiere es – um es mit den Worten von Friedrich Nietzsche auszudrücken – in dem Sinne, dass am Anbeginn der Moderne die Menschen Gott getötet haben, um sich selbst zu befreien. Aber das war Selbstmord. Indem wir Gott getötet haben, haben wir uns selbst getötet. Und nun befinden wir uns in der letzten Phase des Nihilismus.
Interessant ist, dass Sie in Ihrem Buch das Amerikanischen Empire bzw. das globale Liberale System als das System des Nichts definieren, das auf Nichts aufbaut. Das ist eine sehr interessante Idee und ich möchte Sie fragen, ob Sie noch immer dieses immer mehr offen nihilistische System verteidigen, warum Sie für diese niedergehende Moderne kämpfen und warum Sie all Ihre intellektuelle Kraft aufbringen um sie zu verteidigen?

Lévy: Natürlich kämpfe ich bestimmt nicht für den Nihilismus. 

Die Eurasische Idee: Ein Weg zur multipolaren Weltordnung

Die Idee einer westlich dominierten, unipolaren Welt ist nichts weiter als ein ambitioniertes Projekt, ein Plan oder gar ein «Trend». Die Idee ist außerordentlich gefährlich, aber sie ist keineswegs von Erfolg gekrönt. Überall in der Welt wird Widerstand geleistet – sogar im westlichen Machtbereich selbst, in Europa, erstarken jene Bewegungen, die sich dieser westlich-liberalen Idee nicht unterordnen wollen. Diesem unipolaren Konzept stellen wir das entgegen, was wir die «Eurasische Idee» nennen: Diese Idee orientiert sich nicht – auch wenn der Name dies zunächst vermuten lässt – streng an geografischen Grenzen. Die Eurasische Idee bietet ein Alternativkonzept zur Globalisierung, das für die Welt verschiedene globale Zonen (Pole) vorsieht – im Gegensatz zum unipolaren Weltbild des liberalen Westens ist es also ein multipolares System.

Ein Krieg gegen Teheran würde eine direkte militärische Beteiligung Russlands und Chinas bedeuten.

Die Globalisierer habne alles verloren

Wir wissen nun mit absoluter Gewissheit, warum diese inszenierte Vergiftung Skripals durchgeführt wurde. Man musste sich all diese Geschichten ausdenken um Russland die Verwendung chemischer Waffen auf britischen Territorium unterschieben zu können, damit die anglo-amerikanische Allianz einen Angriff auf Syrien vorbereiten konnte. Ich habe mir die bekannte englische Serie <> angesehen. Im Laufe der Handlung wurde das Gift Novichok eingesetzt. In ihr geht es um eine MI6 Dienststelle, welche in verschiedenen Teilen der Welt eingesetzt wird um Terroristen zu bekämpfen.

Was ginge verloren, wenn Heidegger aus dem philosophischen Gedächtnis verschwände

In der Ideengeschichte gibt es Tötungen, Schlachtungen und den Ausruf der „damnatio memoriae“ seit jeher. Auch die Vatermorde durchziehen sie. Selten aber sind sie dauerhaft erfolgreich. Auch der schwächste, oder reduzierteste Gedanke, so dekretierte Adorno einmal, kann nicht ungedacht gemacht werden. Und Rousseau wusste schon: Bei allem, was einmal gedacht wurde, muss sich auch wieder etwas denken lassen.
Der Regelfall sind allerdings nicht die großen Verdammungen, sondern schleichende, mit Karriere- und Modegründen erkaufte Paradigmenwechsel im akademischen Raum, die mit dem Aufkommen eines neuen Leitfossils ältere und vermeintlich weniger attraktive Denkformen und ihre Exponenten verblassen lassen. Sie werden dann nicht mehr gelehrt und zitiert. Damit ist ihr Glanz rasch vorbei, und alle die epigonalen Arbeiten, die von diesem Glanz zehrten, wirken nach wenigen Jahren müde und abgestanden. So ging es innerhalb einiger  Jahrzehnte Marx und den verschiedenen Spielarten des Neomarxismus, so ging es der Leitwährung der siebziger Jahre, den soziologisch-sozialwissenschaftlichen Deutungsmustern- und nicht zuletzt ging es der Systemtheorie und den zeitweise extrem faszinierenden, alles verändernden französischen Differenzphilosophien sechziger und siebziger Jahre nicht anders.

Die Grundlagen „Internationaler Politik"

Heute sprechen viele Politiker und Journalisten über„Internationale Beziehungen". Man könnte fast von einer Art Mode sprechen, die wieder en vogue ist. Während der Zeit der Blockkonfrontation des Kalten Krieges schienen Internationale Beziehungen das Vorrecht von Washington und Moskau. In der bipolaren Konkurrenz zwischen dem westlich-liberalen Block (NATO) auf der einen und der kommunistischen Sphäre (Warschauer Pakt) auf der anderen Seite war der Handlungsspielraum speziell Europas eingeschränkt, man könnte sogar sagen: gelähmt.
Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre hat sich das geändert. Eine Vielzahl von Konfliktzonen stand - für viele westliche als auch östliche Beobachter „plötzlich" - in Flammen: Es kamen der Zusammenbruch und der Krieg im früheren Jugoslawien in den 1990er Jahren, die Tschetschenienkriege, der Krieg gegen Serbien 1999 mit der Abtrennung der Kosovoprovinz vom serbischen Mutterland, die Kriege gegen Afghanistan und den Irak, der Georgienkrieg und die immer wieder aufflammenden bewaffneten Konflikte in Nahost. Diese Waffengänge überraschten all jene, die tatsächlich glaubten, mit dem Ende des Kalten Krieges trete die Welt in ein Stadium der unipolaren Stabilität ein.

EUROPA: ZAHNRÄDER DES KRIEGES GESTARTET

Was geschieht gerade in Europa? Diese ganzen Ereignisse waren vorhersehbar. Europa befindet sich am Rande eines Bürgerkrieges. Worum geht es in diesem Krieg? Um das zu verstehen, müssen wir die beiden Hauptmächte dieses Krieges genauer betrachten. Auf der einen Seite stehen die Massen an Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Auf der anderen Seite stehen die europäischen Nationalisten, deren politischer Einfluß mit dem ungehinderten Zustrom der Migranten immer weiter anwächst. Das ergibt die Gleichung: Je mehr Migranten, desto mehr Nationalisten. Und je mehr Migranten gewalttätig werden, desto hysterischer und ungnädiger wird die Reaktion der Nationalisten ausfallen.

Phönix aus der Asche – Eine Einführung in die vierte politische Theorie

Ein weiterer Schritt könnte der Appell an Tradition und andere prä-moderne Inspirationsquellen, wie z.B. das platonische Staatsideal oder die mittelalterlich hierarchische Gesellschaft und die theologischen Visionen von normativ sozialen und politischen Systemen (christlich, muslimisch, buddhistisch, jüdisch, …), sein. Der Rückgriff auf diese prä-modernen Quellen wären ein immenser Schritt zur Weiterentwicklung der nationalbolschewistischen Synthese. Doch auch eine andere Entwicklung wäre denkbar.

Alexander Dugin – Der postmoderne Antimoderne

Als weltanschaulich schillernder Kopf, dessen Ideen man im Westen aufgrund mangelnder Übersetzungen eher vom Hörensagen als aus eigener Anschauung kennt, übt er eine nachhaltige Faszination auf viele Rechtsintellektuelle aus. Eingeweihte in Deutschland rezipieren das russische Fabeltier schon seit den Neunziger Jahren (etwa durch die damals einzigartigen Russland-Berichte von Wolfgang Strauss in den Staatsbriefen).

Fanatischen „Westlern“ wie Richard Herzinger gilt Dugin seit langem als Vordenker der Mächte des Bösen schlechthin (so spukte er bereits 1995 an der Seite von Alain de Benoist und artverwandten Denkern durch Herzingers Schmöker „Endzeitpropheten – Die Offensive der Antiwestler“).

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